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Vortrag Energie aus Holzgas

Energie aus Holzgas: Energie- und Nahrungsmittelerzeugung im Einklang

Hans Söhl und Georg Schmid (v.l.n.r.)

Energie gewinnen und gleichzeitig besten Humus erzeugen – unter diesem Motto stand der Vortrag von Hans Söhl im Gutsgasthof Thambach, zu dem die ÖDP eingeladen hatte. Dabei stellte der Referent den anwesenden Landwirten und Verbrauchern die Holzvergasungstechnik als Weg dar, den Konflikt zwischen Teller und Tank aufzulösen und Energie- und Nahrungsmittelerzeugung in Einklang zu bringen.
„Jeder Energieverbrauch erzeugt CO2 und trägt so zur Klimaerwärmung bei“, stellte er zu Beginn fest. Als Beispiele für den hohen und klimaschädlichen Energieverbrauch führte er unter anderem die Art und Weise an, mit der in unserer Gesellschaft Nahrungsmittel erzeugt werden. Für die Zukunft prophezeite er den Energieaufwand bei der Düngemittelerzeugung als „begrenzenden Faktor“, der einen Umstieg in eine nachhaltige Landwirtschaft erzwingen werde.
Im Folgenden stellte er die Holzvergasungstechnik als Weg dar, Landwirtschaft in Gestalt einer Kreislaufwirtschaft zu betreiben.
Im Unterschied zur Verbrennung von Holz, bei der das CO2 freigesetzt werde, das der Baum vorher durch die Photosynthese gebunden hat, wird bei der Holzvergasung bis zu 40 % des Kohlenstoffes in Form von Holzkohle gebunden. Bei dieser Technik wird das Holz durch Pyrolyse in Holzgas und Bio-Kohle aufgespaltet. Anschließend, so der Referent, wird aus diesem Gas durch Verbrennung Energie erzeugt. Aus 1-2 Kg Holz ließen sich seinen Angaben nach je nach Feuchtigkeit und Qualität 1 KWh Strom erzeugen. Bei der Vergasung von einem Kubikmeter Holz können 200 bis 400 KWh thermische Energie gewonnen werden. Die entstehende Kohle dient dabei als Grundlage zum Aufbau von Humus in Gestalt von Terra Preta Erde. Unter Terra Preta, so Söhl,  versteht man durch Menschenhand erzeugte Erde mit einem hohen Kohlenstoffanteil. Die Erfahrung geht auf Naturvölker im Amazonasbecken zurück, die mit Holzkohle und ihren organischen Abfällen Terra Preta (übersetzt „schwarze Erde“) erzeugt haben und dadurch unter tropischen Bedingungen Ackerbau betreiben konnten. Das Kohlenstoffgerüst verhindert dabei einerseits die Auswaschung von Nährstoffen, fördert die Tätigkeit von Mikroorganismen und bindet zudem Feuchtigkeit.  
Bei entsprechender Anwendung von Agroforstsystemen wären Landwirte in der Lage, Energie und Nahrung nicht nur nachhaltig in Gestalt einer Kreislaufwirtschaft zu erzeugen. „Die Holzvergasung bietet sogar die Möglichkeit, der Atmosphäre CO2 zu entziehen, um sie in Form von Bio-Kohle zu binden“, erklärte der Konstrukteur und Betreiber einer solchen Anlage. Die anschließende Diskussion zeigte, dass der Referent das Interesse der Gäste geweckt hat, so das aus der Runde der Wunsch entsprang, seine Holzvergasungsanlage besichtigen zu dürfen.
ÖDP-Kreisrat Reinhard Retzer stellte in seinem Grußwort den Pioniercharakter des Referenten heraus. „Da sind Sie bei der ÖDP an der richtigen Adresse. Vor zwanzig Jahren war es auch die ÖDP die Überzeugungsarbeit für Solaranlagen geleistet hat, während andere regenerative Energien noch als Spielzeug und Spinnerei belächelten.“
ÖDP-Kreisvorsitzender Georg Schmid stellte heraus, dass sich allein die ÖDP ohne Kompromisse für eine Dezentralisierung der Energieversorgung bei gleichzeitigem hohem landwirtschaftlichen Nutzen einsetzen kann. „Wir hängen nicht am Spendentropf von Energiekonzernen und Chemie-Multies“. Abschließend bedankte er sich mit einem Geschenkkorb bei Hans Söhl.

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