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Wahlkampfauftakt des ÖDP-Kreisverbandes Mühldorf beim Wirt in Gallenbach

"Die ÖDP ist die wirksamste Oppositionspartei in Bayern", reklamierte Kreisvorsitzende Lisa Sieber gleich zu Beginn der Veranstaltung im Rahmen der ÖDP-Stammtisch-Gesprächsreihen beim Wirt in Gallenbach, die auch den Wahlkampfauftakt des ÖDP Kreisverbandes für die Kommunalwahl am 15. März markierte.

Sieber würdigte in ihrer Begrüßungsansprache rückblickend die "Gesellschaftspower XXL", die das von der ÖDP initiierte Volksbegehren Artenvielfalt im vergangenen Jahr zu einem überwältigenden Erfolg machte. " Die durch-gesetzten Gesetzesänderungen retten die Artenvielfalt und sichern unsere Lebensgrundlagen", ist Sieber überzeugt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Vortrag mit dem Thema "Was passiert in unserer Landschaft? Ein Einblick auf die Auswirkungen und Interessenkonflikte unserer Landnutzung."

Der Referent, Bio-Landwirt und ÖDP Kreistagskandidat Matthias Reißaus, machte eingangs deutlich, dass die Erfolge des Volksbegehren zwischenzeitlich von vielen Seiten torpediert werden. Er kritisierte die Umsetzung bzw. den Vollzug der Gesetzesänderungen samt Begleitgesetze und Maßnahmenpaket der Staatsregierung und bezweifelte das ernsthafte Anliegen der Staatsregierung die ökologische Landwirtschaft zukünftig stärker zu fördern: "Wenn das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm konventionellen Betrieben höhere Flächenprämien bei der vielfältigen Fruchtfolge im Ackerbau als den Öko-Betrieben zugesteht, dann kann das Versprechen der Staatsregierung nur als Worthülse verstanden werden!" Die Themen "verpflichtender Gewässerrandstreifen", Biotop-Verordnung und Verbot des Umbruchs von Dauergrünland stehen seiner Meinung nach darüber hinaus für die Diskrepanz von versöhnlichen Worten und knallharter Auslegung der Staatsregierung.

Reißaus veranschaulichte im Vortrag, dass der Erhalt der Artenvielfalt zum entscheidenden Zukunftsthema gehört, da jede Art für sich wichtige Knoten und Maschen im Netzwerk der Lebensräume einnimmt. Er verwies auf wissenschaftliche Studien um auf das Artensterben aufmerksam zu machen. Dabei ist der Referent überzeugt, dass uns die verwaisten Schmetterlingsflieder in unseren Gärten, die stummen Landschaften und die sauberen Windschutzscheiben und Karossen schon längst Zeugnis für den Artenrückgang um uns herum lieferten.

Immer perfektere Anbau- und Erntemethoden haben in der Land- und Forstwirtschaft unsere Landschaft und die Lebensräume der Arten, die an die historische Agrarlandschaft angepasst waren, verändert. Dazu wird immer mehr Landschaft zu Siedlungs-, Industrie- und Verkehrsflächen umgewandelt. Privatgärten und öffentliche Grünflächen werden immer "pflegeleichter" und sind Synonym für ein entrücktes Naturverständnis. "Die Übernutzung unseres Lebensraumes und unserer Lebensgrundlagen muss aufhören.", ist Reißaus überzeugt und erkennt am Ende seines Referates die gesamtgesellschaftliche Verantwortung dieses Zukunftsthemas.

In der anschließenden lebhaften Diskussion sprachen sich die beiden ÖDP Kreisräte Reinhard Retzer und Hubert Roßkothen dafür aus, dass die von Reißaus dargestellten Einblicke und Zusammenhänge allen politischen Entscheidungsträgern im Landkreis veranschaulicht werden sollten. "Die Planungshoheit liegt bei unseren Kommunen. Deshalb sind diese Einblicke essentiell, um verantwortlich die jeweiligen Interessen abzuwägen und nachhaltige Entscheidungen treffen zu können.", so Reinhard Retzer.


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