Besuch bei Bio-Pionier Byodo

Mühldorf. Rund 20 Interessierte, darunter die Kreisräte Hubert Roßkothen, Reinhard Retzer und Alois Meier folgten (vergangenen Donnerstag, 30.01.) der Einladung des Kreisverbands der ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei), um auf Initiative von Bio-Landwirt und ÖDP-Kreistagskandidat Matthias Reißaus einen Blick hinter die Kulissen der Byodo Naturkost GmbH zu werfen.

Der kaufmännische Geschäftsführer Josef Stellner stellte bei einem Rundgang Philosophie und Werdegang des 1985 von Michael Moßbacher gegründeten Unternehmens dar. Aus kleinen Anfängen mit der Herstellung von Tofu und Tempeh sei mittlerweile eine Marke mit über 100 Artikeln geworden. Dabei legte Stellner großen Wert auf die Feststellung, dass man bei Byodo Produkten auf 100%-ige Bioqualität setze, die über das EU-Bio-Siegel hinausginge. 

Beeindruckt zeigten sich die Besucher auch von Haustechnik und Architektur des Baukörpers, in welchem 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 14 Azubis ihrer Arbeit nachgehen. So werde das Gebäude mit einer Grundwasser-Wärmepumpe klimatisiert und mit Boden- und Deckenheizungen beheizt. Luft aus dem sonnenbeheizten Wintergarten werde zur Erwärmung in die Lagerhallen gepumpt.

Im Gegensatz zu den Anfangszeiten, in denen Bio-Produkte und auch deren Hersteller einen schweren Stand auf dem Lebensmittelmarkt hatten, sehe man deutliche Fortschritte. „Wir spüren schon einen Bio-Boom, tun uns aber immer noch schwer, für unsere Rohstoffe regionale Lieferanten zu finden“, meinte Stellner. „Die „Öko-Modellregion Mühldorfer Land“ könnte uns hierbei gute Dienste leisten.“ Er warnte jedoch, das „Öko“ des Projektes zu Gunsten der Regionalität aufzuweichen.

Er verwies auf die zunehmende Bereitschaft von Verbrauchern, für hochwertige Lebensmittel auch mehr Geld auszugeben.  In diese Entwicklung passe auch die Entscheidung der Stadt Mühldorf, nach anfänglichem Zögern, täglich ca. 400 Kinder in den Kitas aus der Genuss-Küche von „feinsinn“ zu versorgen. „Wir stellen uns auf eine erhöhte Nachfrage ein“, so Stellner, auch weil so mancher ABC-Schütze sich nach den guten Mahlzeiten in der Kita sehne.

Der Firmenname Byodo ist beispielgebend für die Aufgabe, deren sich auch die ÖDP verschrieben habe, meinte ÖDP-Kreisvorsitzende Lisa Sieber in der abschließenden Diskussion,  bedeute doch der japanische Ausdruck frei übersetzt „der gemeinsame Weg“. „Wir müssen es schaffen, Erzeuger und Verbraucher wieder näher zusammenzubringen, um hochwertige Lebensmittel dauerhaft im Einklang mit der Natur herstellen zu können,“ fasste Matthias Reißaus zusammen.


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