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Bernhard Suttner wird ÖDP-Direktkandidat zur Bundestagswahl im Stimmkreis 212 Altötting

Bernhard Suttner aus Mühldorf wird als ÖDP-Direktkandidat ins Rennen um das Bundestagsmandat im Stimmkreis 212 Altötting gehen, zu dem auch der Landkreis Mühldorf gehört. Das beschlossen die Mitglieder der beiden Kreisverbände auf der Aufstellungsversammlung im Kulturbahnhof in Neumarkt Sankt Veit. Zur Durchführung hatte die Mühldorfer ÖDP-Kreisvorsitzende Lisa Sieber in enger Rücksprache mit dem Landratsamt ein Hygienekonzept erarbeitet.

In seiner Vorstellungsrede nannte der 35-jährige Softwareentwickler und zweifache Familienvater eine „enkeltaugliche Politik“ als übergeordnetes Ziel. Konkret läge ihm die Versorgung mit sauberem Trinkwasser am Herzen. Das fiel insbesondere bei den Mitgliedern aus Altötting auf große Zustimmung. Er verwies dabei auch auf einen Briefwechsel mit den Stadtwerken

Mühldorf, in welchem Suttner auf die zunehmende Nitratbelastung hingewiesen und
ein konsequentes Gegensteuer gefordert hatte. Auch die zweigleisige Elektrifizierung der Bahn zwischen München, Mühldorf und Freilassing bezeichnete er als überfällig. „Vor dem Lockdown bin ich mit dem Zug nach München gependelt. Während sich die Brummis lautstarke Rennen auf der A 94 durchs zerstörte Isental liefern, zuckeln die Dieselloks auf einem schmalen maroden Gleis gen München.“ Er sprach sich für eine ökologisch und regional organisierte Landwirtschaft aus, die glyphosatfrei und unter Achtung des Tierwohls gesunde Lebensmittel produziert. „Wir dürfen nicht zulassen, dass die Bundes- und Europapolitik die Landwirte länger dem zermürbenden Preiskampf der Lebensmittelgiganten ausliefert.“ Weiter wandte er sich gegen eine Privatisierung von Kliniken und begrüßte in diesem Zusammenhang die Fusion der Kliniken beider Landkreise zum Innklinikum Altötting-Mühldorf. Photovoltaikanlagen müssten zur Standardausstattung jedes Neubaus werden. Dafür müssten Speichertechniken wie z.B. Power-to-Gas zum Durchbruch verholfen werden.

„Der menschengemachte Klimawandel mit ausbleibenden Regenfällen einerseits und
Extremwetterereignissen andererseits wird auch unsere Region heimsuchen, wenn wir nicht
schleunigst Maßnahmen ergreifen und neben der Verkehrs- auch die Energiewende
anpacken.“ Als wesentliches Grundübel sieht Suttner das Wachstumsdogma, dass es zu beenden gelte. „Dieser Wachstumswahn zehrt nicht nur an der Umwelt, sondern auch an unseren eigenen menschlichen Kräften“, meinte er, „wir brauchen einen anderen Wohlstandsbegriff, einen der sich nicht nur an Börsenwerten orientiert.“

In der anschließenden Diskussion kam auch das allüberlagernde Thema Corona zu Sprache. Dabei wurden kritische Stimmen laut, dass von den regierenden Politikern der Focus zu einseitig auf die Impfung als Allheilmittel gelegt werde. „Ich bin nicht gegen das Impfen, aber es muss mehr Wert auf gesunde Lebensweisen und Ernährung gelegt werden, um das Immunsystem zu stärken“, so die Heilpraktikerin Doris Hartbauer aus Waldkraiburg. ÖDP-Kreisrat Reinhard Retzer warnte in diesem Zusammenhang vor dem „Spaltpilz“ der sich gerade in der Gesellschaft ausbreitet und von extremistischen Gruppierungen befeuert wird.


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