INNitiaitve gegen TTIP: Konzert kontra Konzerne

Haberkasten bis auf den letzten Platz gefüllt.

Ein großer Erfolg für die "INNitiative gegen TTIP" war die Veranstaltung im Haberkasten anlässlich des UNESCO-Welttags der kulturellen Vielfalt am 21. Mai. Durch den Abend führte Volker Rellinghaus von der „INNitiative gegen TTIP“. Mit der Mischung aus Musik, Kabarett und Information wurde ein wunderbarer Abend gestaltet. Einziger Wermutstropfen ist aber der Hintergrund dieser Veranstaltung: mit den Freihandelsabkommen TTIP, CETA u. TISA stehen unter anderem auch unsere kulturellen Errungenschaften auf dem Spiel. Die Förderung von Theater, Oper und Orchester wird nämlich in Deutschland mehrheitlich durch Städte u. Kommunen gefördert während in den USA die private Kulturförderung langjährige Tradition ist. Auch viele Film- u. Fernsehproduktionen werden in Europa von der öffentlichen Hand unterstützt. Der Rest der Kulturszene zittert vor der Aufhebung der Buchpreisbindung - insbesondere Verlage und Autoren. Mit der Einführung von TTIP wäre es Anbietern aus den USA möglich, dieselben Zuschüsse einzuklagen die europäische Kultureinrichtungen erhalten,  da sie dadurch einen Wettbewerbsnachteil hätten.
In ihren Beiträgen gingen die Redner auf die unterschiedlichen Aspekte der geplanten TTIP-Vereinbarungen ein.
Sepp Schmid von der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft machte recht deutlich, dass die Menschen in der EU und den USA gut mit Nahrungsmitteln versorgt sind. Müssen deshalb noch mehr landwirtschaftliche Güter für den Export produziert werden? Mit Gentechnik? Mit noch mehr Chemikalieneinsatz? Denn bei Überproduktion sinken die Preise – und vermutlich auch die Qualität.
Reinhard Retzer, ÖDP-Kreisrat u. Mitglied im Kreiskatholikenrat zeigte die Auswirkungen für die Kommunen und die Demokratie auf. Er erläuterte aber auch die Aufgaben der Wirtschaft: sie haben dem Gemeinwohl zu dienen wie es auch in der bayerischen Verfassung steht! Mittlerweile äußern sich auch die deutschen Bischöfe öffentlich gegen TTIP und haben unseren Politikern von CSU, CDU u. SPD ihre verfassungsrechtlichen Bedenken dargelegt. Die Rede von Reinhard Retzer ist im Anhang verfügbar. Ebenso der Quellennachweis zum Leseraum für die Abgeordneten in Berlin.
Joachim Grytzyk, Eine Welt Initiative Mühldorf EWIM, ging auf die Auswirkungen von Freihandelsabkommen gegenüber bereits heute benachteiligten Ländern ein, wie z.B. Afrika. In geschätzt  jeder zweiten Tafel Schokolade steckt Kinderarbeit. Waren müssen frei gehandelt, aber vor allem fair gehandelt sein!
Rainer Forster, KAB, appellierte, dass die Errungenschaften für die Arbeitnehmer erhalten bleiben müssen. Die Sozialversicherung darf ebenso wenig in Frage gestellt werden, wie die Einhaltung eines Mindestlohnes.
Christopher Luber, Autor/ Regisseur – Kulturschupp`n Mühldorf, vertiefte in seiner Rede die bereits Eingangs dargestellten Argumente gegen TTIP im kulturellen Bereich.
Mit musikalischen Beiträgen zwischen den Informationsteilen durch
- Samt & Sonders – Rock, Pop & Soul
- Dive Up – Folk & Blues
- Oansno – Anarchistische Volksmusik, Fraunhofer Volksmusikpreis 2015
und der Kabarettistin Maria Peschek aus München wurde der Abend abgerundet.


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